Descriptio nova utopiae, 2017
In Zusammenarbeit mit Luis Negrón van Grieken.

»Definiert wird die Utopie häufig als unerreichbarer Endzustand. Die Utopie aber ist perfekt, und muss deshalb sich selbst kritisieren, sich infolge dessen selbst enthalten, sich selbst auslösen, ja sich selbst erfordern. Jede Utopie enthält eine Folgeutopie. Keine Utopie bricht ab. Alles entwickelt sich ständig weiter. Die Utopie als Auslöserin und Trägerin immerwährenden Fortschritts.«

Es wurde aus dieser Theorie eine Formel abgeleitet und diese dann in einer Live-Visualisierung dargestellt. Eine Schrifttafel mit dem oben zitierten Text, und dem prägnanten lateinischen Titel »Descriptio nova utopiae« (dt. neue Beschreibung der Utopie /neues Konzept der Utopie), hängt daneben. Grundlage der Visualisierung ist ein Lindenmayer-System (auch L-System) in dem 150 zufällig sichtbaren Sinnfeldern¹ unendlich viele Grammatiken, Vokabulare und Iterationen zugeordnet sind, all diese mit sich ständig verändernden Werten. Aus jedem Sinnfeld wachsen die Utopien.

1 Der Begriff Sinnfeld, der im Grunde gleichbedeutend zu Freges Gegenstandsbereich und Carnaps Gegenstandsphäre ist, wird hier im Verständnis der Sinnfeldontologie nach Markus Gabriel verwendet. Siehe: Gabriel, Markus. (2016). Sinn und Existenz. Suhrkamp Verlag.